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12.01.2022

+++ Buchbesprechung +++

 „Der lange Atem der Bäume“ von Peter Wohlleben

 

Warum der Klimawandel nicht unseren heimischen Wald vernichtet, sondern der heimische Wald eigentlich das wirkungsvollste Mittel ist, die Auswirkungen des Klimawandels zu dämpfen, ist Kernthema im neuen Buch von Peter Wohlleben.

Wohlleben räumt dabei mit vielen von der Forstwirtschaft und anderen Interessensgruppen gestreuten Mythen auf und versucht eine Analyse der Hintergründe zu geben.

Zuerst kommt Wohlleben aber mit einer frohen Botschaft: Die zuletzt von der Forstwirtschaft gestreute Botschaft, dass der heimische Wald nicht zukunftsgerecht ist und man deshalb nun ein weltweites „Casting“ an geeigneten Baumarten durchführen muss, die dann angepflanzt werden, ist nicht nur unhaltbar; unsere heimische Baumarten sind sogar der Schlüssel im Umgang mit dem Klimawandel – wenn man sie nur lässt.

Aber gerade das Zulassen natürlicher Prozesse fällt dem Menschen und besonders der auf Ertrag ausgerichteten Forstwirtschaft extrem schwer. Dort werden ja (mittel)-alte Bäume gefällt weil sie ins Nutzungsalter gekommen sind.

Wohlleben erläutert bisher wenig bekannte Eigenschaften von Wald und Baum, die einmal verstanden, eigentlich eine zukunftsgerichtete Forstwirtschaft prägen sollten.

Zum Ersten ist das die Erkenntnis, dass Bäume als langlebige Arten sich nicht erst per Mutation von Generation zu Generation verändern. Bäume können lernen und sich aktiv an sich verändernde Klimasituationen anpassen! Und nicht nur für sich selbst: Sie tauschen sich mit ihren Nachbarn aus und können die Erkenntnisse auch an die Nachkommen weitergeben. Besonders unter genetisch nahe stehenden Bäumen kommt es zu Hilfestellungen, indem sie sich gegenseitig versorgen und aufeinander Rücksicht nehmen.

Während massive Baumfällungen seitens des Forstes auch damit begründet werden, dass man einer neuen und leistungsfähigeren neuen Generation Raum schaffen müsse, sind es gerade die alten Bäume, die mit ihrem gespeicherten teils jahrhundertealten Wissen auf Extreme gut reagieren können. Dabei gibt es aber starke individuelle Unterschiede. Denn auch ein Baum kann irren...

Bäume sind keine Einzelgänger. Dieses gilt in besonderem Maße für die heimische Buche, die nur dann zur Höchstform aufläuft, wenn sie in einem weitgehend schließenden Altbestand ein für sie günstiges Mikroklima aufbauen kann. All dieses zerstört die industrielle Forstwirtschaft, wenn der Wald mit vielen Schlägen aufgelichtet wird oder die vormals dicht stehenden Bäume im Schirmschlagverfahren auf wenige Überhälter reduziert werden, die freigestellt von der Sonne direkt geschädigt werden.

Insbesondere betont Wohlleben die Bedeutung eines intakten Bodens, denn die Bäume sind von einer intakten Pilz- und Bakteriengemeinschaft abhängig, zu der sie im Boden mit den Wurzeln Kontakt halten. Deshalb wird auch scharf kritisiert, dass bei den industriellen Erntemethoden der heutigen Forstwirtschaft die Bodenstruktur und Wasserhaltefähigkeit durch das Befahren mit schweren Maschinen stark geschädigt wird.

Wenn alte Buchen, die bis zu 500l Wasser pro Tag brauchen können, in Dürresommern absterben, ist das somit häufig Folge einer falschen Bewirtschaftung. Heimische Laubwälder garantieren zudem im Winterhalbjahr eine wesentlich höhere Grundwasserneubildung als Nadelbaumkulturen und sind auch von daher die beste Antwort auf ein wärmer werdendes Klima.

Auch die CO2-Speicherkapazität von Bäumen und Wäldern nimmt mit ihrem Alter zu. Somit sind also alte Dauerwälder, möglichst im Prozessschutz, die wichtigsten Helfer gegen die Folgen einer Klimaveränderung. Je größer die Waldfläche dabei ist, desto mehr Einfluss auf das regionale und auch globale Klima kann damit erreicht werden.

Ganz anders klingt es aber aus Forstkreisen. Hier wird die These verbreitet, dass die genutzten Wälder den meisten Holzzuwachs bringen und dass das Unterschutzstellen von Wäldern deshalb unterbleiben kann. Das Gegenteil ist nach Peter Wohlleben richtig: Die heute überwiegende Holznutzung und besonders das Verbrennen von Holz als klimafreundlich darzustellen ist eine Werbeaktion der Holzindustrie. Für ihn ist das Verbrennen von Holz mit so vielen Nachteilen verbunden, dass dieses gleich schlecht bewertet werden muss wie das Verbrennen von Kohle.

Wohlleben geht  nicht nur bei dieser Sichtweise stark ins Gericht mit der traditionellen Forstwirtschaft und den damit verbundenen Lobbyisten, die in dieser Form tatsächlich keine Hilfe für die Zukunft anbieten.

Hier und da mögen Peter Wohllebens Äußerungen auch noch mal kritisch überdacht werden. Z. B. kommt bei einem dem Wald untergeordneten Wert des Offenlandes (u.a. für die Biodiversität) klar die Sichtweise eines Försters hervor.

Für alle, die in der letzten Zeit teils kopfschüttelnd durch die Wälder gingen und sich fragten ob die heutige Waldbewirtschaftung nicht kontraproduktiv und zukunftsschädigend ist, gibt Wohlleben aufhellende Hintergründe. Die dafür nötigen 22 € sind damit eine gut angelegte Zukunftsinvestition.

Bezug über den örtlichen Buchhandel oder über

https://www.wohllebens-waldakademie.de/der-lange-atem-der-baeume-wohlleben-peter

Besprechung: Dipl.-Biol. Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI

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