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13.04.2022

Hessen

Spannende Einblicke in das Reich der Quellen im Hauser Wald

NI fordert die Ausweisung als Naturschutzgebiet

Teilnehmer der Exkursion im Hauser Wald (nicht im Bild, da hinter der Kamera: Harry Neumann/NI)

Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) lud zu einer spannenden Quellen-Exkursion im Hauser Wald bei Waldbrunn-Hausen ein. Unter der Leitung von Dr. Holger Rittweger vom MObilen LAndschafts MUseum (MOLAMU) erkundeten die Teilnehmer bei frisch gefallenem Schnee einen Teil des weitläufigen Waldes, welcher durch hunderte Quellaustritte sowie zahlreiche Quellgerinne und Bachoberläufe gekennzeichnet ist. Naturphänomene wie Gerinneschwinden, Tümpelquellen und bemerkenswerte Begleitbiotope, welche die hohe Wertigkeit des Gebietes unterstreichen, konnten begutachtet werden.

Dr. Rittweger, der auch dem wissenschaftlichen Beirat der NI angehört, vermittelte anschaulich einen Einblick in die Quellenökologie. So konnte jeder Teilnehmer durch den Blick eines Vergrößerungsglases eine Dunkers Quellschnecke bewundern, welche der Exkursionsleiter aus einem der Quellgerinne „fangen“ konnte. Die Anwesenheit dieser ca. 2-3 mm kleinen Art aus der Familie der Quellschnecken zeuge von der reinen Wasserqualität dieser Quellen vor Ort, so Rittweger.

Schützenswerter Lebensraum

Dr. Rittweger, der diese besonders schützenswerten Lebensräume im Hauser Wald seit 2016 kartiert, betonte, wie wichtig die Biotop-Vernetzung in der Fläche sei. Der außergewöhnlich hohe naturschutzfachliche Wert des Hauser Waldes bestehe u.a. aufgrund dieses zusammenhängenden Quellsystems. Wo hier Gewässer zutage treten, fänden sich gleichzeitig auch Indikatororganismen der Quellen, wie die o.g. Dunkers Quellschnecke, die Quellerbsenmuschel oder der Höhlenflohkrebs. Im Zusammenhang mit diesen Quellaustritten existierten weitere nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Nassbiotope wie Quellwälder, Feuchtstauden- und Röhrichtgesellschaften oder Nasswiesenbrachen. Dies alles sei eingebettet in einen naturnahen Buchenwald, der ebenfalls die Kriterien eines nach EU-Recht schutzbedeutsamen Waldlebensraumtyps erfülle.

In dieser Umgebung kämen auch besondere schutzbedeutsame Tiere wie der Schwarzstorch, der Rotmilan und der Mäusebussard sowie mindestens 14 gefährdete Fledermausarten vor. Ebenso komme ein umfangreiches Spektrum an Vogel- und Insektenarten vor, erläuterte Rittweger. Auch die nach EU-Recht streng geschützte Haselmaus und die Europäische Wildkatze seien in diesem Wald heimisch.

Ausweisung als Naturschutzgebiet beantragt

Groteskerweise sind mitten in diesem Wald Windkraftanlagen geplant, welche diesen einmaligen Naturschatz zerstören würden. Die großen Fundamente, der Wegeausbau des Waldwegesystems und die Gefahr an Kontaminationen seien mit dem Quellschutz nicht zu vereinbaren, so der Referent.

Um den wertvollen Hauser Wald zu schützen, stellte die Naturschutzinitiative e.V. (NI) gemeinsam mit der Kreisgruppe Limburg-Weilburg der HGON bereits im Jahr 2019 beim Regierungspräsidium Gießen einen Antrag auf einstweilige Sicherstellung als Naturschutzgebiet. Im März dieses Jahres erneuerte die NI die Forderung der Unterschutzstellung im Rahmen einer Stellungnahme zum Regionalplan Mittelhessen.

„Die Naturschutzinitiative dankt Herrn Dr. Holger Rittweger für die fantastischen Einblicke in die geheimnisvolle und schützenswerte Welt des Hauser Waldes. Mit seinem unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz in diesem Gebiet wollen wir es gemeinsam schaffen, dieses Kleinod an der Grenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz zu erhalten“, so Claudia Luber, Leiterin der Geschäftsstelle der NI.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende:

Spendenkonto: IBAN DE60 5739 1800 0011 5018 26, Stichwort „Hauser Wald“

Weitere Informationen im Internet unter: „Der 'Hauser Wald' bei Waldbrunn-Hausen im Westerwald“ (http://www.mobileslandschaftsmuseum.de/archiv/hauwald.htm)

 
Steinfliegen-Nymphe, Quellerbsenmuscheln (Pisidium personatum) und Dunkers Quellschnecke (Bythinella dunkeri) aus einem Quellgerinne unmittelbar an der geplanten Planierfläche für eine Windkraftanlage
mikroskopische Aufnahme: Dr. H. Rittweger
 
 
Der Moosbulten-Sumpf am Oberlauf des ‚Steinbachs‘ ist durch Quellaustritte sowie durch zahllose Moosbulten geprägt, …
 
 
… auf denen im Sommer großflächig Farne wachsen.
 
 
Am Aufbau der Moosbulten ist u. a. das Thujamoos sowie das Wurzelwerk des Gewöhnlichen Frauenfarns beteiligt.
Fotos: Dr. H. Rittweger

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