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24.10.2023

Rheinland-Pfalz

Auf den Spuren von Moosen, Flechten und heimlichen Tieren im Naturschutzgebiet Nauberg

Exkursionsgruppe in der Kernzone des Naubergs

Die diesjährige Herbstexkursion der Naturschutzinitiative e.V. (NI) führte in das einstweilen sichergestellte Naturschutzgebiet Nauberg. Die endgültige Ausweisung als Naturschutzgebiet soll im kommenden Frühjahr erfolgen. So war es nicht verwunderlich, dass die Exkursion schnell ausgebucht war. Der unzerschnittene Höhenrücken im Hohen Westerwald ist eine auch bundesweit bedeutende ökologische Rarität. Der seit mehreren Jahrzehnten aus der Nutzung genommene „Buchenwald auf Basalt“ präsentierte sich mit seinen über 180-jährigen Rotbuchen in ihrer orangegelben Herbstfärbung.

Immo Vollmer, Dipl.-Biologe und Naturschutzreferent der NI, erklärte die Besonderheiten des dem Nauberg vorgelagerten FFH Gebietes „Feuchtgebiete und Heiden des Hohen Westerwaldes“ sowie den Schutzzweck dieses europäischen Schutzgebietes. Hierzu zählen z.B. der Helle und Dunkle Wiesenknopfameisenbläuling und der Blauschillernde Feuerfalter sowie zahlreiche Pflanzengesellschaften. Der Biologe erläuterte die Besonderheiten des unzerschnittenen Buchenwaldes auf Basalt mit seinen Quellbereichen, er erläuterte zahlreiche Zeigerpflanzen und die Unterschiede zwischen den hier vorherrschenden Waldgesellschaften Hainsimsen- und Waldmeister-Buchenwald.

Dr. Dorothee Killmann, Dipl.-Biologin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Koblenz, brachte den Teilnehmern die ökologische Bedeutung von Flechten und Moosen nahe. Die Teilnehmer lernten einige Flechten- und Moosarten kennen, unter anderem das Wald-Frauenhaarmoos (Polytrichum formosum), das Zypressen-Schlafmoos (Hypnum cupressiforme), die Schriftflechte (Graphis scripta) und die Eichenmoos- oder Pflaumenflechte (Evernia prunastri). Letztere wird zum Erstaunen der Teilnehmer als Duftlieferant in der Parfumindustrie verwendet, beispielsweise bei der Herstellung des Parfums Chanel Nº 5. Mit Leuchtlupen konnten die Naturfreunde die Details der filigranen Moose erkennen und die oft unbeachteten Flechten, eine Symbiose aus Pilz und Alge, bewundern.

Konstantin Müller, Dipl.-Biologe, Tierarzt und NI-Vorstand lenkte die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf die Lebensraumansprüche und die Jagdstrategien der heimischen Fledermäuse. Die Weibchen der Wochenstube des Großen Mausohrs in der benachbarten Abtei Marienstatt nutzen den Wald am Nauberg als Nahrungshabitat, ebenso wie zahlreiche andere Fledermausarten, wusste der Biologe zu berichten. Die unterschiedlichen Überwinterungsstrategien wurden ebenso erläutert wie die Bedeutung von alten Bäumen als potentielle Quartiere. Die Bedeutung von höhlenzimmernden Spechtarten für Fledermäuse stelle eindrucksvoll das kleinteilige Zusammenspiel der Waldbewohner und damit des Waldökosystems dar.

Gabriele Neumann, Naturwissenschaftlerin und Wildkatzenexpertin, erläuterte den Teilnehmern die Lebensraumansprüche und die Ökologie der Europäischen Wildkatze, die in dem alten und strukturreichen Wald lebt und sich hier mit großer Wahrscheinlichkeit auch fortpflanzt. Die Bedeutung des Naubergs als Wildtierkorridor für die landes- und europaweite Biotopvernetzung stellte sie ebenso heraus wie seine Bedeutung als Lebensraum für viele andere Arten.

Die Waldexkursion durch den entstehenden „Buchenurwald“ war für alle Teilnehmer eine besondere Erfahrung und ein eindrucksvolles Erlebnis. „Sowohl die Biodiversität als auch die Kenntnis der ökologischen Wechselbeziehungen der Bäume, Flechten, Moose und Kräuter der alten Buchenwälder ist enorm wichtig“, so Harry Neumann, Landesvorsitzender der NI. „Nur durch die unmittelbaren Einblicke in das Ökosystem Wald ist ein Verständnis für den erforderlichen Schutz der alten Buchenwälder und der Entwicklung von Wildnis vermittelbar. Besonders die Altbaumbestände mit über 180-jährigen Rotbuchen und hohem Totholzanteil bieten für zahlreiche Arten einen wichtigen Lebensraum. Denn die Altbäume sind die Stützpfeiler des Ökosystems Wald. Wir sind sehr froh, dass wir nach vielen Jahren gemeinsam mit unseren Mitstreitern die Zerstörung dieses Höhenrückens durch die Basaltindustrie verhindern konnten. Der Nauberg kann sich endlich ungestört zu einem wilden alten Wald entwickeln“, so Harry Neumann.

Die vierstündige Exkursion stieß bei allen Teilnehmern auf große Zustimmung mit großer  Anerkennung für die kompetente Naturschutzarbeit der NI.

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