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Nachklang - Nationales Naturerbe Stegskopf – Exkursion in die Wildnis

04.06.2016

Die fünfstündige Exkursion der NATURSCHUTZINITIATIVE (NI) bewegte sich ausschließlich auf den frei gegebenen Wegen rund um den Höllkopf. Aufgrund des großen Interesses (über 150 Interessenten) konnten leider nur 75 Teilnehmer zugelassen werden. Es wird daher eine weitere Exkursion im Herbst 2016 geben. Alle sieben Experten der NATURSCHUTZINITIATIVE brachten den Teilnehmern das Nationale Naturerbe, seine Fauna und Flora eindrucksvoll und mit großer Sachkenntnis näher.

Christof Hast, Bundesförster, (BIMA) übernahm die fünfstündige Führung auf der 6 km langen Rundstrecke. Gabriele Neumann, Wildkatzenexpertin, informierte die Teilnehmer über die streng geschützte Wildkatze, die sich im Westerwald immer weiter auch nach Norden ausbreitet und auf auch dem Stegskopf  ihre Jungen zur Welt bringt. Sie betonte die dringende Notwendigkeit einer länderübergreifenden Biotopvernetzung:

„Das Nationale Naturerbe Stegskopf ist ein wertvoller Lebensraum für die streng geschützte Wildkatze, die auch hier ihre Jungen zur Welt bringt. Eine länderübergreifende Biotopvernetzung, die auch den anderen Arten des Waldes und Halboffenlandes zugute kommt, ist zwingend erforderlich. Die Wildkatze ist eine streng geschützte Art und vom Aussterben bedroht, da ihre Lebensräume immer mehr durch die fortschreitende Flächenversiegelung, durch Gewerbe- und Industriegebiete, Straßen und zunehmend durch Windindustrieanlagen in den Wäldern gestört und zerstört werden.

Konstantin Müller, Vorstand, Dipl. Biologe und Harry Neumann, Landesvorsitzender, setzten sich mit dem dramatischen Rückgang der Wiesenbrüter in den Westerwälder Vogelschutzgebieten auseinander und forderten von der Landesregierung und der Oberen Naturschutzbehörde sofortige Schutzmaßnahmen:

„Bedingt durch katastrophale Bestandsrückgänge in den letzten beiden Jahrzehnten, verstärkt im letzten Jahrzehnt, befinden sich verschiedene gemäß Vogelschutzrichtlinie relevante Vogelarten
des Offenlandes in den Westerwälder Vogelschutzgebieten in einem sehr schlechten Erhaltungszustand. Dies stellt einen offensichtlichen Verstoß gegen geltendes EU-Recht dar. Konkret betrifft dies die Arten Bekassine, Raubwürger, Wiesenpieper und Braunkehlchen in den Vogelschutzgebieten Westerwald, wozu auch der Stegskopf gehört und das VSG Neunkhausener Plateau. Die Bestände sind in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen. Die Brutbestände der ehemals bundesweit bedeutsamen Vorkommen von Raubwürger und Bekassine sind mittlerweile im rheinland-pfälzischen Westerwald erloschen. Bei Braunkehlchen und Wiesenpieper, welche ihre landesweit wichtigsten Brutgebiete im Westerwald besitzen, sind seit 1997 Rückgänge von 75% festzustellen.

Die NATURSCHUTZINITIATIVE fordert die Landesregierung und die Obere Naturschutzbehörde daher umgehend zu Sofortmaßnahmen auf, um die Situation wirksam zu verbessern. Nur so kann sie ein EU-Vertragsverletzungsverfahren abwenden“.

Gerhard Bottenberg, Länderbeirat NRW, Dipl. Agr. Ökologe, informierte zu den Themen Rotmilan als deutsche und rheinland-pfälzische Verantwortungsart, zu Haselhuhn, zur länderübergreifenden Biotopvernetzung und dem Wert von unverbauter Landschaft. Ralf Kubosch, Dipl. Biologe, setzte sich mit den botanischen Besonderheiten in diesem FFH-Gebiet und seiner vielfältigen Lebensraumtypen sowie der Notwendigkeit einer extensiven Pflege der Offenlandbereiche auseinander. Patrick Höhn, Dipl. Agr. Ökologe, brachte den Teilnehmern das Thema Waldökologie, den Wald als CO2–Speicher und seine Bedeutung für die Artenvielfalt näher. Markus Heiden, NATURSCHUTZINITIATIVE und BI Region Stegskopf, erläuterte das von der NATURSCHUTZINITIATIVE, GNOR, POLLICHIA und der BI Region Stegskopf entwickelte naturverträgliche Wanderkonzept, das demnächst einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

Die begeisterten Teilnehmer bedankten sich mit großem Beifall für die vielseitige, erlebnisreiche und fachlich exzellente Exkursion und unterstützten einmütig die Forderung, das Nationale Naturerbe Stegskopf auch als Naturschutzgebiet auszuweisen. Die NATURSCHUTZINITITIVE wird hierzu eine neue Initiative ergreifen.

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