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08.07.2021 – PRESSEMITTEILUNG

Buchenwaldexperte Norbert Panek:

Fichten-Land - Wenn aus Wäldern Forstplantagen werden

Buchcover „Fichten-Land“ - Verlag Natur + Text

Die Dürren der Sommerhalbjahre von 2018 bis 2020 haben dem deutschen Kunstforst arg zugesetzt. Die immer raschere Aufeinanderfolge von Trockenzeiten mag wohl kein Zufall mehr sein. Das Klima wandelt sich und Mitteleuropa gerät zunehmend in eine Zone mediterranen Wettereinflusses. Doch der Wald stirbt nicht nur an Hitze und Trockenheit, sondern auch und vor allem an einem chaotischen Forstwirtschaftssystem, das sich längst überholt hat. Der Kern der Krise ist in Wahrheit eine Forstkrise. Zu dieser Erkenntnis kommt der Naturschützer und Buchenwald-Experte Norbert Panek in seinem neuen Buch „Fichten-Land – Wie Deutschland seine Wälder verlor“, dessen Druck von dem Umweltverband Naturschutzinitiative e. V. (NI) sowie von der Naturwald Akademie Lübeck finanziell unterstützt wurde.

„Die Sicherung von ökologischen Wohlfahrtsleistungen ist ein wesentlicher vorrangiger Bestandteil der Gemeinwohl-Aufgabe, die öffentliche Wälder zu erfüllen haben. Aufgaben und Ziele im öffentlichen Wald sind vor diesem Hintergrund politisch neu auszurichten. Die Forstwirtschaft muss sich von überholten Betriebsmodellen verabschieden“, schreibt Harry Neumann, Bundesvorsitzender der Naturschutzinitiative e.V. (NI), in seinem Vorwort. „Ich danke unserem Wissenschaftlichen Beirat Norbert Panek sehr, dass er den Zustand der Wälder in Deutschland in aller Klarheit offenlegt. Er fordert zurecht, dass wir eine grundlegende waldbauliche Neuorientierung im Sinne einer ökosystemorientierten Waldbewirtschaftung brauchen. Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) hat daher die Herausgabe dieses wichtigen Werkes sehr gerne unterstützt“, so Harry Neumann.

Über zweihundert Jahre lang hat man die ursprünglich angestammten Laubwald-Standorte mit Nadelhölzern zugepflanzt und damit hoch instabile Monokulturen geschaffen. Die Fichte (lat. Picea abies) ist heute mit fast 30 Prozent Flächenanteilen die häufigste Nutzbaumart im deutschen Wald. Zusammen mit anderen naturraumfremden Nadelhölzern ist sie Hauptbestandsbildner unserer in Forstplantagen umgewandelten Wälder. Die Verfichtung der deutschen Landschaft vollzog sich bis in den entferntesten Winkel der Mittelgebirge. „Der deutsche Wald hat sein Buchen-Kleid längst abgelegt und ist in eine Fichten-Uniform geschlüpft.“ Panek skizziert detailliert in Wort und Bild diesen tiefgreifenden Transformationsprozess, der einem ökologischen Desaster gleicht, und beschreibt ihn als „forsthistorisches Erbe“. Es sei an der Zeit, dieses Erbe abzulegen und den Kern der Krise zu benennen. Sie biete die historisch einmalige Chance, in der Forstpolitik endlich grundlegend umzuschwenken. „Wir sollten diese Chance nutzen“, fordert Panek.        

Wichtigste Erkenntnis sei: Der alte Nadelholz-Forst stirbt zwar, aber ein neuer Wald entsteht an seiner Stelle! Allerdings nur, „wenn wir den Mut und die Geduld haben, auf die erneuernde Kraft der Natur zu vertrauen!“. Panek kritisiert die landauf und landab praktizierten Schadholz-Räumungen und die hektischen Aufforstungen, die ökologisch mehr schaden als nutzen. Der kahlschlagähnliche Entzug der Holz-Biomasse raubt den Wäldern ihre „biologische Nahrungsgrundlage“. Erstmalig wird in dem Buch eine von Global Forest Watch herausgegebene Karte Deutschlands mit den Baumbedeckungsverlusten seit 2001 veröffentlicht. Die Verluste umfassen eine Fläche von 754.000 Hektar, fast sieben Prozent der Waldfläche Deutschlands.

Panek wünscht sich eine „weise Nutzung“ für unsere Wälder, eine harmonische Balance zwischen Pflanzen, Tieren und Menschen als eine fest verbundene, voneinander abhängige Lebensgemeinschaft, ein Gleichgewicht zwischen dem Domestizierten und dem Wilden, zwischen Nützlichkeit und Schönheit - letztlich eine ethische Haltung, die die Natur des Waldes als unsere essentielle Lebensgrundlage begreift und anerkennt. Die uns anvertraute Wald-Natur verlangt nach einem Respekt vor dem Land als überlebenswichtiges, ökologisches Rückgrat unserer Industriegesellschaft und demzufolge auch nach einer freiwillig geübten Zurückhaltung in ihrer Nutzung. Davon sind wir noch immer weit entfernt.

Es geht um die grundlegende Kardinalfrage, wie wir in Zukunft mit unseren Wirtschaftswäldern umgehen wollen. Geht es um die weitere Aufrechterhaltung eines seit mehr als 200 Jahren praktizierten, forstlichen Reparaturbetriebs, der ökologisch und ökonomisch gescheitert ist? Oder schaffen wir eine echte Wende hin zu einem eingriffsextensiven Wald-Management, das das Ökosystem in all seinen Bestandteilen substanziell erhält und sich an ihm orientiert, dessen Naturnähe sowie seine natürliche Reproduktions- und Regenerationsfähigkeit als maßgebenden, auch limitierenden Faktor der Holznutzung achtet und fördert - also zusammengefasst: Unser Naturgut Wald vom ökologischen Ende her behandelt!

Norbert Panek: Fichten-Land. Wie Deutschland seine Wälder verlor (Hardcover, 128 S., farbig bebildert), Natur + Text, Rangsdorf 2021, www.naturundtext.de , Preis: 19,90 Euro, ISBN 978-3-942062-53-4 

 

 

 

 

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